Winterzeit = Trainingszeit

Die Gleichung geht auf: Trainieren bedeutet üben. Im Training wollen wir zwar eine saubere Atmosphäre die Raum für Konzentration lässt. Im Grunde muss ein Training jedoch so schwer wie möglich sein, um das geübte wesentlich leichter in realen Bedingungen umzusetzen. Auch der Hochleistungsathlet forciert im Training seine persönlichen Rekorde um unter oft wuseligen Wettkampfbedingungen seine Bestleistung noch sicher abrufen zu können.

 

Im Video seht ihr eine Helmkamera Abfahrt von mir. Ich bin hörbar erquickt, bewege mich hier allerdings am Rande meines fahrerischen Könnens und des physikalisch Möglichen unter denkbar schwierigen Bedingungen: Nässe von oben und unten. Schlechte Sicht durch Laub auf der Strecke und damit einhergehende Unberechenbarkeit des gemischten Untergrunds. Spritzender Dreck trotz Schutzblechen. Dass die Luft klar ist, ist schon alles. Auf meine Goggle (Skibrille zum Radfahren) musste ich aufgrund einer total beschlagenen, verschmierten und verdreckten Scheibe komplett verzichten.

 

Nun, welche Möglichkeiten gibt es, um hier noch Sicherheit auf die Strecke zu bringen? Durch mein Training mit Kettlebells und Langhanteln konnte ich starke Muskeln und eine ausgeprägte Körperwahrnehmung in Bezug auf Kraft entwickeln. So war ich mehrmals in der Lage, Grenzsituationen zu meistern. Hierzu verhalfen mir kurze Reaktionszeiten und maximal schnelles Abrufen der exakt richtigen Muskelspannung um den erforderlichen Druck auf die Räder zu bringen. Kraft, Koordination und Balance in aller Ausgewogenheit.

 

Wollen wir alle nicht genau das erreichen? Sport ist das wahre Leben aufs Handliche heruntergebrochen. Wir wollen unser Leben meistern. Selbstständig. So lange wie möglich. Unter allen Bedingungen.

 

Es kursierten doch einst Weisheiten umher, dass man im Alltag nur 10 % seines Gehirns bräuchte. Oder das nur ein Bruchteil der Leber und Nieren erforderlich sei. Deshalb bezeichneten Investmentbanker vor der Wirtschaftskrise 2008 den menschlichen Körper als hoch ineffizient. Doch was ist, wenn es mal knallt? Was ist, wenn du ausrutschst? Wirst du die Kraft haben, einen Unfall zu vermeiden? Wirst du ohne Zittern und außer Atem mit den Wasserkästen im Keller ankommen? Wirst du mit deinen Enkeln noch Fußball im Garten spielen können?

 

Verbessere deine Lebensqualität durch einen starken Körper, der auf alles vorbereitet ist. Damit du dein Leben lockerer nehmen kannst ;)

Hollywood klopft an die Tür

Martin Herden von der Youtube-Reihe "Lass mich mal" wollte unbedingt wissen, wo der Hammer hängt und so habe ich ihn zu einer Probestunde Personal Training eingeladen. Das Youtube-Format von Martin Herden und Stefan Lorse zeigt, wie Martin sich immer wieder in neue Abenteuer stürzt, indem er Berufsbilder oder Hobbies testet und ausprobiert. Die Videostrecke ist sehr unterhaltsam und nicht immer ernst gemeint.

So ein Training ist eine schweißtreibende Geschichte, wenn jemand so viel Ehrgeiz wie Martin mitbringt und unbedingt die 500 Liegestütze machen will. Zwischendurch wurde ich noch spontan interviewt und über Personal Training ausgefragt. Ob Martin die 500 Liegestütze und das 100kg Kreuzheben geschafft hat, könnt ihr jetzt selbst sehen. Natürlich alles mit einem Augenzwinkern.

Viel Vergnügen mit Martin und Sebastian.
Hier geht es zur Facebookseite von "Lass mich mal" - lasst einen Like da und verfolgt die neuen Abenteuer von Martin und Stefan.

 

Sebastian fährt mit beim EDC #5 in Leogang

Mein einziges Rennen in diesem Jahr beim European Downhill Cup war geprägt von Übermut, Bodenproben, Herzrasen und einem endlich klugen und soliden Rennlauf im Finale.

Rennbericht:

 

Das Fahrerfeld kannte die Downhillstrecke größtenteils schon aus der Live-Übertragung des World Cups im Sommer, bei dem Aaron Gwin legendär trotz gerissener Kette das Rennen gewann. Die Kursbesichtigung zu Fuß am Freitagmittag enthüllte kleine Veränderungen der Strecke und steigerte die Vorfreude auf das freie Training im Anschluss. Dank umfangreicher Vorbereitung im Vorfeld mit einer Mischung aus funktionellem und klassischem Krafttraining fühlte ich mich fit und sicher. Das löste jedoch nicht das Problem, dass ich mir das erste Steinfeld fehlerhaft gemerkt hatte... Ein Sturz schon im zweiten Trainingslauf sorgte aufgrund falscher Linienwahl für eine Platzwunde an der Hand und auch bei der dritten Abfahrt führte ein Überschlag an anderer Stelle zu einer dicken Lippe. Wie im Leben ist es auch hier wichtig, einmal mehr aufzustehen als zu Fall gebracht worden zu sein. Wieder geerdet beendete ich das Training und absolvierte am Samstag zwei zufriedenstellende Pflichttrainingsläufe in dem ich defensiver und sicherer fuhr. Der Tag nahm ein schönes Ende, als ich mit einer Zeit von knapp über 4:50 Minuten den Qualifikationslauf bestritt. Damit war für mich zwar nur Platz am unteren Ende der Ergebnisliste, allerdings war ich immernoch schneller als alle zuhause-Gebliebenen ;). Wer sehen möchte, wie es richtig geht, schaut sich die Kursvorschau von Wyn Masters und Sam Bull an.

 

In der Nacht auf den Rennsonntag regnete es ordentlich, was die Streckenverhältnisse meiner Vermutung nach erschwerte. Die mit 2300 Metern relativ lange Strecke ist für Fahrer meiner Klasse konditionell hochanspruchsvoll. Ich entschied mich also dafür, so spät wie möglich im Non-Stop Training mit Matschreifen nur einen gemütlichen Sichtungslauf zu fahren. Dies half mir Kräfte zu sparen, die Bodenverhältnisse besser einzuschätzen und Ängste vor schwierigen Stellen durch Regen und starkes Befahren der Mitstreiter zu bewältigen.

Voll motiviert, ausgeruht und gut aufgewärmt machte ich mich zum inzwischen windigen Start. Die Uhr zählte runter und ich rollte los. Da ich beim ersten Sprung das Rad noch in den Wind drehen musste und etwas zu kurz sprang, fuhr ich noch etwas zaghaft. Nach wenigen Kurven stellte sich jedoch ein Gefühl der Vertrautheit ein und ich fuhr meine Linien flüssig und solide durch eine Sektion nach der anderen. Im Tretstück mit den Sprüngen konnte ich meine Hände und Beine ausruhen und mich voll auf die Rhythmussektionen konzentrieren. Der Wurzelteppich lag inzwischen hinter mir und auch das letzte Steinfeld, in dem ich im Sichtungslauf noch peinlich stürzte, bewältigte ich für meine Verhältnisse zügig. Ich steuerte die Steilstufen mit inzwischen glitschigen und freigefahrenen Wurzeln an, als mich grade die Kräfte meiner Finger verließen, biss noch einmal die Zähne zusammen und drückte mich in den rettenden Anlieger (=Steilkurve). Erleichtert trat ich für die Zielsprünge noch einmal in die Pedale und landete mit einer Zeit von 4:56,260 auf Platz 80. Wenn alle Last von den Schultern fällt und die Freude groß darüber ist, das Wochenende halbwegs schrammenfrei überlebt zu haben, kann es nun erleichtert und glücklich mit meinem Team zu Tante Hildegard an den Bodensee gehen. :)

 

Allen die nicht zum Start antreten konnten, wünsche ich eine schnelle Genesung und dass wir uns nächstes Jahr wieder auf mehr Rennen messen können werden!