Ich über mich und sportliche Vita

 

Abschnitt 1: Kein Superheld

 

Als mein Schwiegervater mich beim Wakeboarden beobachtete, fragte er resigniert in die Runde: „Gibt es eigentlich irgendeine Sportart, die Sebastian nicht kann?“ Diese Frage kann ich ganz klar mit „Ja!“ beantworten, und zwar eine ganze Menge: Im Laufe meines Lebens bin ich an vier Kampfsportarten gescheitert (erst Karate, dann Taekwondo, danach Kung-Fu und schließlich Judo). Vor Tennis bewahre ich meinen Respekt mit gesunder Distanz. Beim Fußball bin ich nur in der gegnerischen Mannschaft hilfreich. Volleyball bat mich mein Dozent bei nächster Gelegenheit abzuwählen und Leichtathletik bewirkte fast eine Exmatrikulation bei der Sporthochschule Köln…

 

Abschnitt 2: Freud‘ will ich haben

 

In der ersten Klasse der Grundschule beschrieb mich meine Klassenlehrerin allgemein als sehr langsam. Viel Sitzen und Zuhören entsprach schon damals nicht meinem Wesen, das ich erst im Laufe der Jahre kennenlernen sollte. Daher war der Schulsport eine willkommene Bereicherung im Alltag. Hier fiel mir alles leichter. Meine Eltern haben uns Kinder oft auf große Fahrradtouren oder Wanderungen mitgenommen, sodass das Leben draußen zu einem maßgeblichen Bestandteil meines Lebens wurde. Meine Bewegungserfahrung wurde durch einige Jahre Kinderturnen gefördert und später blieb leider wenig Zeit für Hausaufgaben, weil ich draußen im Wald mountainbiken musste. Da mein Vater wiederholt mit dem Argument kam, dass man doch hier- und dafür auch einen Kleinwagen bekäme, begann ich schon früh zu arbeiten, um meine Sportartikel selbst zu finanzieren. Das jährliche Snowboarden mit Freunden war ein Hochgenuss, das Wakeboarden an freien Nachmittagen eine schöne Entspannung und der 3,7er Abi-Schnitt die logische Konsequenz.

 

Abschnitt 3: Konfus

 

Die Phase der Berufswahl war nun für mich angebrochen und das breite Spektrum meiner Leistungen setzte sich nun in Form unterschiedlichster Interessen fort: Als seinerzeit einzige Alternative zur Anwartschaft beim fliegerischen Dienst der Bundeswehr sah ich das Dokumentarfilmstudium an der Filmakademie Ludwigsburg. Also schnupperte ich ein Jahr bei einer Kölner Filmproduktionsfirma in die Medienwelt hinein. Dabei kämpfte ich beim täglichen Pendeln zwischen Hilden und Köln immer wieder mit Verspätungen der Bahn. Oft legte ich einen Sprint über Treppen, Kofferbänder und Geländer hin um meinen Anschluss im letzten Wimpernschlag noch zu erreichen.

 

Abschnitt 4: Der „Aha-Effekt“

 

Eines Tages erlebte ich die wohl wichtigste Situation meines Lebens: In der S-Bahn nach Solingen traf ich Thomas, einen Arbeitskollegen, der bereits angespannt die Uhrzeit prüfte. „Okay das war’s jetzt“, fauchte er gegen die Scheibe, als sein suchender Blick durch das Fenster die Regionalbahn nach Köln entdeckte, die schon am Bahnsteig in Solingen wartete. Er lächelte bekennend und zuckte mit den Schultern. Mit meiner Hand schon auf dem Türöffner entgegnete ich lakonisch: „Die krieg ich noch“. „Sportstudent oder was?“ konnte er noch skeptisch fragen, während ich losrannte.

Mein Opportunismus machte sich bezahlt und außer Atem im Regionalzug zwischen einer Hand voll gerunzelten Stirnen dachte ich über Thomas‘ Frage nach. Ich informierte mich, machte den Eignungstest, bestand ihn zu meiner Überraschung, bekam auch noch einen Studienplatz und weinte der Ablehnung bei der Filmakademie seit dem nicht mehr hinterher.

 

Abschnitt 5: Womöglich Erwachsen

 

Das Studium an der Deutschen Sporthochschule forderte mich auf allen Ebenen. Es war hart, abwechslungsreich, intensiv, wegweisend, detailverliebt. Es schärfte meinen Blick für das Wesentliche im Leben und ebnete meinen Weg in die Zukunft.

Alle Einflüsse daraus lasse ich heute in meine Arbeit fließen und bin seither dankbar für die positive Resonanz, die ich heute in so großem Umfang erfahren darf.

Sportliche Vita

 

An der Sporthochschule kommt man in Berührung mit so einigen Sportarten (Turnen, Schwimmen, Leichtathletik, Handball, Volleyball, Badminton, Radsport, Klettern, Tauchsport...) Hier schaffe ich jedoch einen Überblick über alle Aktivitäten, die ich regelmäßig, ambitioniert und autodidaktisch oder im Verein betrieben habe.

 

  • Turnen (im Verein als Kind, 2 Jahre)
  • Schwimmen (im Verein 1993 - 2007)
  • Tennis (im Verein 1998 - 2001)
  • Mountainbike (Fokus auf Abfahrt, 2003 bis heute)
  • Snowboard (Freeride, 2003 - 2011)
  • Wakeboard (in Langenfeld und am Bleibtreusee 2005 - 2010)
  • Klettern (Toprope und Vorstieg in der Halle und am Fels, Bouldern, 2009 bis heute)
  • Bogenschießen (68" Take Down Recurvebogen, 40 Pfund, 2015 bis heute)
  • Downhill (Wettkämpfe europaweit und national 2012 bis heute)